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Erbgut widerlegt Theorie zu unserem Erbmaterial

Verantwortlicher Autor: Benjamin Lubec La Jolla, 07.08.2017, 15:12 Uhr
Presse-Ressort von: Benjamin Lubec Bericht 8693x gelesen

La Jolla [ENA] Wer hätte das gedacht? Unser Erbgut ist im Zellkern ganz anders angeordnet als es im Lehrbuch steht. Erste direkte Beobachtungen des Zellkerns und der Chromatinstruktur erweist einen wahren Meilenstein. Denn das Chromatin in unserer DNA und den Proteinen bildet chaotische Faltungen und Knäuel, statt in unseren dickeren Fasern zusammengelagert zu sein. Dies ergibt ganz neue Einblicke in die Verknüpfung von Form/Funkt.

Das würde heißen, dass unsere DNA eine Art Referenzbibliothek für all unsere Zellen ist und entsprechend Umfangreich ist. Das ließ sich bis jetzt noch nicht beweisen weil keine zerstörungsfreien Abbildungsmethoden existierten. Es sei eine der widerspenstigsten Herausforderungen der Biologie, diese höhere Struktur der DNA zu beobachten und zu sehen, wie sei mit der Funktion des Genoms verknüpft ist. Und durch selektive Anlagerung von Metall an die DNA wurde die Chromatinstruktur sichtbargemacht. Anschließend wurde das Erbmaterial im Zellkern intakter Zellen präpariert und mittels Elektronenmikroskop-Tomografie abgebildet.

Das Chromatin bilde im Zellkern unordentliche Cluster, in denen das Erbmaterial auf ganz unterschiedliche Weise gefaltet und verknäult ist. Wir beobachten zum Beispiel Chromatinketten mit kurzen geraden Abschnitten, in denen das Chromatin wie gestapelt erscheint. Dann wieder gibt es Chromatinketten mit einer Helixartigen Windung. Ein weiteres wiederkehrendes Muster ist die Bildung von Schleifen verschiedenster Größe innerhalb und zwischen den Chromatinketten. Unsere Ergebnisse zeigen, dass Chromatin gar keine festen Strukturen höherer Ordnung bilden muss, um in den Zellkern zu passen.

Stattdessen liefert die Packungsdichte die Basis der verschiedenen Strukturen- so O´Shea vom Salk Institute for Biological Studies in La Jolla. Erstmals konnte mit diesem Experiment ein Stück weit unser Erbmaterial verständlich gemacht werden. Durch direkte Beobachtungen ist es möglich die übergeordnete Struktur der DNA und Ihre aktive Beeinflussung näher zu erforschen. Ein näherer Einblick, könnte neue Möglichkeiten für Forschung und Medizin eröffnen.

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